5. März 1988, Kupferdächle , Pforzheim

Das Tagebuch der Anne Frank

Ein Theaterstück von Frances Goodrich und Albert Hackett,
deutsch von Robert Schnorr

1933 verließ die jüdische Familie Frank Deutschland. In Holland gelang es Otto Frank, sich und seiner Familie eine neue Existenz aufzubauen und ein "normales" Leben zu führen. Dies ändert sich schlagartig, als die Deutschen in Holland einmarschieren. Im Juli 1942 taucht die Familie "unter" – in einem Hinterhaus in der Prinsengracht in Amsterdam. Bald begann Anne, 13 Jahre alt geworden, das veränderte Leben im Hinterhaus aufzuzeichnen: Die Angst vor Entdeckungen, den Hunger, die Streitereien, erste Liebe, Sorgen um das tägliche Einerlei. Anne schrieb alles in ihr Tagebuch, in Briefen an die von ihr erdachte Freundin "Kitty". Zwei Jahre lebten die Frank's eingesperrt, abgeschirmt - aber sie lebten. Bis schließlich die deutsche Polizei das Versteck "aushob und von Juden säuberte". Ihr Weg führte in mehrere Konzentrationslager. Bald wurden sie getrennt. Einzig Herr Frank kehrte 1945 nach Amsterdam zurück. Hier setzt das Theaterstück von Frances Goodrich und Albert Hackett ein ...

Die Mitwirkenden

Otto Frank............................................Alexander Weber
Edith Frank.......................................... Petra Gstettenbauer
Margot.................................................Petra Ehrenberg
Anne....................................................Simi Zeleny
Herr van Daan.......................................Gunnar Gstettenbauer
Frau van Daan.......................................Sabine Burandt
Peter....................................................Stefan Mesitschek
Dussel..................................................Olaf Schulze
Miep.....................................................Dorothee Martin
Kraler...................................................Christian Weber

Souffleusen...........................................Carola Frank, Kirsten Klein
Maske...................................................Britta Gaiges, Franziska Krawutschke
Frisuren.................................................Christian Hoppe, Kerstin Weidmann
Beleuchtung...........................................Patrick Burandt, Andreas Dofek
Tontechnik.............................................Oliver Richmann, Frank Schwaab
Requisite...............................................Carola Frank, Kirsten Klein, Dorothee Martin
Kulissenentwurf......................................Alexander Weber
Kulissenherstellung..................................Ensemble
Plakat....................................................Gunnar Gstettenbauer
Programmheft........................................Sabine Burandt, Petra Ehrenberg,
............................................................ Kirsten Klein, Dorothee Martin,
............................................................ Simi Zeleny, Gunnar Gstettenbauer,
............................................................ Olaf Schulze, Alexander Weber
Historische Beratung................................Olaf Schulze

Regie......................................................Alexander Weber
Unterstützung der Regie...........................Simi Zeleny, Olaf Schulze


Das Theater hat seine eigenen Gesetze – und literarische Vorlagen haben sich diesen zu unterwerfen, sollten sie auf die Bühne gebracht werden. Dies zeigt sich vor allem bei der Dramatisierung des "Tagebuchs der Anne Frank". Für die "Werktreue" müssen noch andere Aspekte beachtet werden. "Het Achterhuis" ist keine fiktive Vorlage. Es ist von Anne erlebte und verarbeitete Geschichte.Ihre Geschichte, die der großen Geschichte unterworfen wurde. Subjektive, bruchstückhafte Eindrücke eines 13 - 15jährigen verfolgten Mädchens. Hat man das Recht, hat man die Pflicht, diese Eindrücke in ein Schauspiel zu verwandeln? Und wenn ja, welche Eindrücke und unter welchem Blickwinkel? Wenn man die Person der "Anne Frank" auf die Bühne bringt, so geht dabei zwangsläufig die Perspektive des Tagebuchs verloren: Sie wird nicht mehr "von innen" erlebt, sondern sie muss von außen gesehen und interpretiert werden. Wahrheit und Wirksamkeit liegen miteinander im Streit. So kommt es zu einem Kompromiss: Lesungen aus dem Tagebuch stehen neben dramatisierten, dramatischen "Höhepunkten" des Lebens im Hinterhaus. Situationskomik vor ernstem Hintergrund. 25 Monate auf 2,5 Stunden gebracht, einzelne Ereignisse werden der besseren Dramaturgie willen, zeitlich verschoben oder zusammengefasst. So ist dieses Stück – in manchem fragwürdig und angreifbar – nicht zu verwechseln mit dem tatsächlichen Leben im Hinterhaus oder mit den Schilderungen Annes. Es ist ein Einstieg, auch ein Zugang zum Schicksal der Anne Frank. Und hat, wie auch das Tagebuch, die gleiche Botschaft an uns: Nie wieder!!! und "Trotz alledem glaube ich stets an das Gute im Menschen ..."

Olaf Schulze

 

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